AKTUELL

Sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen, und jetzt?
Eine Herausforderung für alle Beteiligten
 

Am 27. November 2023 trafen sich Kinderschutzfachkräfte zum diesjährigen Praxistag im Sozialpädagogischen Fortbildungszentrum.

Am Vormittag standen zwei Vorträge auf dem Programm: Lucyna Wronska (Diplom-Psychologin aus Berlin) referierte über Dynamiken in der Familie bei innerfamiliärer sexualisierter Gewalt und die Auswirkungen auf das Hilfesystem. Im Anschluss daran gaben Anna Kalt, Stefanie Schmidt, Isabella Krupp (UKE – „Kein Täter werden“) einen umfassenden Überblick über aktuelle Daten und Fakten zu digitalisierter Gewalt. Am Nachmittag wurde die Thematik in unterschiedlichen Workshops vertieft. Den Abschluss der Veranstaltung bildete ein Fachforum, in dem anhand eines Fallbeispiel eine praxisorientierte Diskussion mit beteiligten Fachkräften stattfand.

Den Eingangsvortrag von Lucyna Wronska finden Sie hier zum Download:

Familiendynamiken sexualisierter Gewalt 2023

 


 

Kinderschutz in den Hamburger Schulen:
Vom Schutzkonzept zum Schutzprozess

Am 22. November 2023 fand der Fachtag Vom Schutzkonzept zum Schutzprozess im Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung statt.

Die Veranstaltung richtete sich an Fachkräfte allgemeinbildender Schulen sowie an Fachkräfte aus der Jugendhilfe bzw. von Trägern der Jugendhilfe. Für den Eingangsvortrag konnten wir Prof. Dr. Daniel Hajok aus Berlin gewinnen, der uns lebendig u.a. über die Erfahrungen und Handlungsbedarfe junger Menschen im Bereich der digitalen sexuellen Gewalt berichtete. Seinen Eingangsvortrag finden Sie hier zum Download:

Hajok – Digitale Sexuelle Gewalt_2023-11-22

 


 

Erst verstehen – dann handeln! Verstehensorientierung als Aspekt professionellen Handelns

Am 7. Dezember 2022 hatte das Kinderschutzzentrum Hamburg zu einem digitalen After-Work-Impuls mit Corinna Scherwath eingeladen.

Corinna Scherwath begrüßte uns mit dem Zitat von Dr. Agathe Israel: „Kinder haben ein Recht auf ein verständnisvolles Gegenüber“. Und somit ging es beim After-Work-Impuls um das Konzept der Verstehensorientierung in der professionellen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Hinter dem Konzept steckt die Idee, etwas für das Kind und nicht etwas gegen sein Verhalten zu tun. Es geht darum, stabilisierende und förderliche Erfahrungen in das Leben der Kinder zu bringen und nicht darum, unerwünschtes Verhalten abzustellen. Im Vortrag veranschaulichte Corinna Scherwath, dass Schimpfen und Bestrafen nicht zu den förderlichen Erfahrungen für Kinder gehören. Vielmehr gehe es darum, sich die Fragen zu stellen, was das jeweilige Kind mit dem Verhalten versucht, für sich sicherzustellen und welche verletzten Bedürfnisse in diesem (schwierigen) Verhalten zum Ausdruck kommen. Corinna Scherwath verdeutlichte wunderbar anhand von Praxisbeispielen, dass Kinder, die Schwierigkeiten machen i.d.R. Kinder sind, die Schwierigkeiten haben bzw. in Schwierigkeiten sind. Die Aufgabe, die sich uns Profis stellt, ist dann die, nach Erfahrungen für das Kind zu suchen, die hilfreich sein könnten, dass sich das Verhaltensrepertoire des Kindes erweitern kann.

Die fast 90 Teilnehmer:innen aus Jugendhilfe und Schule gaben ein durchweg positives Feedback auf diese Kurzfortbildung und stellten fest, dass es im Wesentlichen auf die eigene Haltung und auf das Verständnis ankommt, dass Kinder für sich handeln und nicht gegen mich (als Profi), dass sie keine Feindseligkeit in sich tragen, sondern dass das Verhalten Botschaft ihres Zustandes ist.

 

Die Vortragsfolien stehen hier zum Download zur Verfügung:

2022 Verstehensorientierung_Impulsvortrag_DKSB_DV

 


 

Elternkurs „Kinder im Blick®“

Der Elternkurs Kinder im Blick® findet derzeit in der Regel einmal jährlich als Kooperationsprojekt des Kinderschutzzentrums Hamburg und der Erziehungsberatungsstelle Burgstraße statt.

Der Kurs wendet sich sowohl an Eltern, die sich nach Trennung/Scheidung Sorgen um das Wohlergehen ihrer Kinder machen (präventiver Aspekt) als auch an Eltern, die sich in aktuellen Konflikten (persönlich/gerichtlich) befinden und dabei bemerken, dass ihre Kinder an der Spannungssituation zwischen den Eltern leiden.

Wenn Eltern sich trennen, ist ihre Lebenssituation meist mit heftigen Konflikten verbunden. Sofern elterliche Konflikte dauerhaft fortbestehen, können Sie zu Risikofaktoren für die kindliche Entwicklung werden, weil die Kinder unweigerlich in diese Konflikte hineingezogen werden.

Der Kurs sieht sieben Trainingseinheiten à 3 Stunden vor, an denen die Eltern getrennt in zwei Gruppen teilnehmen. Inhaltlich geht es darum, den Eltern die Bedürfnisse und Perspektiven ihrer Kinder zu veranschaulichen. Zudem lernen sie neue Kommunikationstechniken im Umgang mit ihrem/r ehemaligen Partner*in kennen. Der Elternkurs soll Eltern in Trennung helfen, die Herausforderungen der Trennungskrise und der Zeit nach der aktuellen Trennung, mit Blick auf die Bedürfnisse der Kinder, besser zu bewältigen.

Derzeit steht noch nicht fest, wann der nächste Kurs im Kinderschutzzentrum Hamburg angeboten werden kann. Sobald neue Termine feststehen, geben wir dies an dieser Stelle rechtzeitig bekannt.

Gerne nehmen wir Sie auch in unsere Interessentenliste auf und informieren Sie per E-Mail, sobald ein neuer Kurs geplant ist. Falls Sie das wünschen, schreiben Sie uns doch bitte eine kurze E-Mail unter Angabe Ihrer Kontaktdaten (Telefonnummer, E-Mail-Adresse) und Ihres Wohnortes (nur Stadtteil).

Alternativ können Sie sich an Nordlicht e.V. wenden – hier wird der Kurs ebenfalls angeboten:
https://nordlicht-ev.de/projekte/kib-kinder-im-blick/

 


 

„Digitale Kinderschutzwoche“ im November 2021

Die Hamburger Kinderschutzzentren haben vom 8. bis 11. November 2021 gemeinsam mit ihren beiden Kooperationspartnern — der Schulbehörde und der Sozialbehörde — eine digitale Kinderschutzwoche  veranstaltet.

Die allmähliche Aufhebung der pandemiebedingten Einschränkungen im öffentlichen Leben ermöglicht Kindern und Jugendlichen eine Rückkehr in ein für sie gewohnteres Leben. Ab jetzt werden die Auswirkungen dieser Einschränkungen sichtbar, Bedarfe können wahrgenommen bzw. ermittelt sowie Hilfen angeboten werden. Mit den Empfehlungen der Enquetekommission „Kinderschutz und Kinderrechte“ und mit den aktuellen Änderungen im Kinder- und Jugendstärkungsgesetz sind wir aufgefordert, die Zusammenarbeit im Kinderschutz zu verbessern und Partizipation von Kindern und Eltern zu ermöglichen.

In den digitalen Veranstaltungen wurden die unten aufgeführten Themen bewegt. Die jeweiligen Präsentationen der Veranstaltungen können mit einem Klick auf die Links heruntergeladen werden.

Montag, 08.11.:
Schutz, Befähigung und Teilhabe — Aufwachsen in einem von digitalen Medien geprägten Alltag
Referentin: Jutta Croll, Stiftung Digitale Chancen, Berlin

Dienstag, 09.11.:
Sexualisierte Gewalt
Referentinnen: Dorit Pätzold und Ulrike Minar, Kinderschutzzentrum Hamburg

Mittwoch, 10.11.:
Kinderschutz in Zeiten von Corona
Referent: Prof. Dr. Menno Baumann, Universität Oldenburg

Donnerstag, 11.11.:
Schulängste/Sozialphobien — Schulabsentismus multiprofessionell betrachtet
Referentin: Dr. Sabine Ott, Asklepios Klinik Harburg und Katharina Voigt, ReBBZ Mitte


 

Aktionen für mehr Beteiligung von Kindern und Jugendlichen und die Umsetzung der Kinderrechte

Mit einem großen Familienfest auf dem Platz der Kinderrechte beteiligte sich der Kinderschutzbund Hamburg am diesjährigen Hamburger Tag der Familien (28. August 2021) und veranstaltete vielfältige Aktionen zu den Themen Beteiligung von Kindern und Jugendlichen sowie die Umsetzung der Kinderrechte. Gemeinsam mit anderen Einrichtungen und Projekten des Hamburger Kinderschutzbundes war auch das Kinderschutzzentrum Hamburg mit einem Spiel zum Thema Kinderrechte vor Ort: Im Stil der bekannten TV-Kindershow „1, 2 oder 3“ wurden Kinder und Jugendliche um ihre Meinung gefragt, auf welche der hier vorgetragenen Rechte sie wohl einen Anspruch hätten. Dabei entstand ein lebendiger und spaßiger Austausch, der die Kinder teilweise überraschte, da ihnen der Anspruch auf einige Rechte bisher nicht bewusst war.

Am 11. September fand im Rahmen eines Kooperationsprojektes des Kinderschutzzentrums Hamburg und des Jugendkunsthauses „Die Esche“ eine Graffiti-Aktion statt, bei der Jugendliche die Gestaltung des neuen Mobils für Kinder- und Jugendrechte in die Hand genommen und den weißen Lieferwagen in einer engagierten Sprühaktion in ein buntes Kunstwerk verwandelt haben. Das Mobil wurde am Weltkindertag (20. September) auf dem Platz der Kinderrechte feierlich enthüllt und soll zukünftig in ganz Hamburg Aufmerksamkeit für das Thema Kinderrechte erregen. Ebenso wie bei der äußeren Gestaltung des Mobils sind Kinder und Jugendliche nun zudem auch bei der Inneneinrichtung gefragt und können sich im Rahmen einer großen Postkartenaktion dazu äußern, was sie sich von einem Büro für Kinder- und Jugendrechte wünschen.

Das „Kinder-und Jugendrechte-Mobil“ wird in allen Stadtteilen informieren und zum Mitmachen einladen. Der zweite Baustein wird ein Kinderrechte-Büro sein, das Kindern und Jugendlichen in zentraler Lage eine Anlaufstelle bietet, an die sie sich niedrigschwellig wenden können, wenn sie über ihre Rechte sprechen möchten.

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Informationsfolder des Kinderschutzzentrum Hamburg

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Unseren Informationsfolder können Sie sich hier als PDF herunterladen: Folder Kinderschutzzentrum-Hamburg