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Das Kinderschutzzentrum Hamburg bietet Beratung und Unterstützung für: ![]() Mütter und Väter bei körperlicher, seelischer und sexueller Misshandlung oder Vernachlässigung der Kinder Kinder und Jugendliche die mit Gewaltproblemen belastet sind Jugendliche die sexuelle Übergriffe vorgenommen haben Nachbarn oder Bekannte die sich Sorgen um ein Kind in Ihrem Umfeld machen Fachleute die mit Gewalt in Familien konfrontiert sind Eltern mit Kindern von 0-3 Jahren bei Fragen zur Entwicklung oder zum Umgang mit ihrem Kind
![]() Unsere telefonischen Tel.: 040 - 4 91 00 07 Sprechzeiten: Fax: 040 - 4 91 16 91 ![]() Mo. Di. Do. Fr. 9.00 - 11.00 Uhr Mo. Di. Do. 13.00 - 15.00 Uhr Mi. 15.00 - 17.00 Uhr ![]() Beratungsgespräche sind vertraulich, freiwillig, kostenfrei und auf Wunsch anonym. |
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|   | Arbeitsweise des Kinderschutzzentrums Hamburg
erster Linie an Eltern und Kinder mit schwierigen Familienkonflikten und Gewaltproblemen, aber auch an Personen aus dem Umfeld von Familien, die sich Sorgen um ein Kind machen und an Fachleute. Wir arbeiten nach bundesweit entwickelten Qualitätsstandards. Unser Ansatz: Helfen statt verurteilen. Wenn Kinder Gewalt erfahren gilt es, alles zu tun, um zu Eltern und Kindern einen Kontakt aufzubauen. Kinderschutz heißt für uns: Familien zu unterstützen, sich mit ihren Problemen auseinanderzusetzen. Beratung und Familientherapie helfen, die mit Gewalt ausgetragenen Konflikte zu bearbeiten, so dass vertrauensvolle Beziehungen und förderliche Entwicklungen wieder möglich werden. Der Schutz von Kindern wird durch Zusammenarbeit mit den Eltern erreicht. 1. Was wir unter Gewalt verstehen Gewalt gegen Kinder kann sehr unterschiedlich aussehen Wenn Kinder Gewalt erfahren, so geschieht das meist innerhalb ihrer Familie oder ihres sozialen Nahraums. Die Gewalterfahrungen können sehr unterschiedlich in ihrer Art und ihren Auswirkungen sein. Wir unterscheiden zwischen verschiedenen Formen der Gewalt gegen Kinder. Körperliche Misshandlung: Bewusstes Zufügen von Schmerzen durch Erwachsene gegenüber Kindern mit der Absicht oder unter Inkaufnahme physischer Verletzungen. Das Spektrum reicht von einer Ohrfeige („ein Klaps hat noch niemandem geschadet“) bis hin zu schweren körperlichen Misshandlungen. Körperliche Gewalt kann Bestandteil eines rigiden Erziehungsstils sein oder eine Entgleisung bei Überforderung und in Konfliktsituationen. Auch wenn Kinder Gewalthandlungen zwischen ihren Eltern miterleben, wirkt das auf sie wie selbst erfahrene körperliche Gewalt. Seelische Gewalt: Äußerungen, Handlungen und Haltungen von Erwachsenen, durch die das Kind Ablehnung, Demütigung und Abwertung erfährt. Hierzu zählen entwürdigende Erziehungsmaßnahmen, Bedrohung, Beschimpfung, Verängstigung, Isolieren, Bestrafen mit Liebesentzug, Einsperren, Ausschluss von Kontakten. Vernachlässigung: Die andauernde oder wiederholte Unterlassung fürsorglichen Handelns, das zur körper- lichen, und seelischen Versorgung des Kindes notwendig ist. Es mangelt an angemessener Ernährung, Pflege, gesundheitlicher Versorgung, Aufsicht oder Schutz vor Gefährdungen und Anregungen zur motorischen, geistigen, emotionalen oder sozialen Entwicklung. Sexueller Missbrauch: Sexualisierte Handlungen eines Erwachsenen oder älteren Jugendlichen an einem Mädchen oder Jungen, bei denen das Kind als Objekt zur Befriedigung der Bedürfnisse des Erwachsenen benutzt wird. Das Kind wird unter Ausnutzung seiner Abhängigkeit zur Beteiligung an sexuellen Aktivitäten genötigt, und sein Vertrauen missbraucht. Sexueller Missbrauch an Kindern reicht von sexualisiertem Verhalten ohne Körperkontakt über unangemessene sexualisierte Berührungen bis hin zu gewaltsamen sexuellen Handlungen. 2. Ursachen von Gewalt und Gefährdungskontexte Gewalt in Familien ist Ausdruck vielfältiger Belastungen und Krisen So unterschiedlich die Gewalterfahrungen von Kindern sind – immer sind sie vor dem Hintergrund akuter oder chronischer Krisen und Konflikte in ihren Familien zu sehen. Gewalt in Familien ist Ausdruck der Überforderung von Eltern, Probleme konstruktiv zu bewältigen. Um Kindern angemessen helfen zu können, müssen wir die lebensgeschichtlichen und sozialen Belastungen in ihren Familien kennenlernen. Selten gibt es einfache Erklärungen dafür, wenn Beziehungen in Familien entgleisen, wenn Eltern in eine Überforderungskrise geraten und elementare Bedürfnisse der Kinder aus dem Blick geraten oder missachtet werden. Meist zeigt sich erst im Beratungsprozess, wie vielfältige Faktoren dabei zusammenwirken: Eltern können überfordert sein durch persönliche Schwierigkeiten und Beeinträchtigungen, durch physische oder psychische Erkrankungen, durch Verletzungen und Kränkungen, durch traumatische Gewalt- oder Vernachlässigungserfahrungen, durch hochstrittige Partnerschaft oder Trennung, durch erschütterte Beziehungen zur Herkunftsfamilie, oder dadurch, dass ihre Kinder besondere Schwierigkeiten haben oder besonders beanspruchend sind. Belastend wirken sich dabei benachteiligende Lebensbedingungen aus: Armut, existentielle Nöte, Erwerbslosigkeit, Isolation, beengte Wohnverhältnisse, Verlust an Gemeinschaft und Fehlen stützender sozialer Netze. Die Kräfte von Eltern sind unter solchen Bedingungen geschwächt und ihre Ressourcen, Krisen zu bewältigen beeinträchtigt. 3. Folgen von Gewalt und die Bedeutung von tragfähigen Beziehungen Gewalt erschüttert Vertrauen Kinder erleben Gewalt meist durch nahestehende Erwachsene, also eingebettet in eine Beziehung. Gerade deshalb bleibt die erlebte Gewalt für sie nicht folgenlos, sondern beeinflusst ihre gesamte Entwicklung und ihre physische und psychische Gesundheit. Dies kann von leichten Beeinträchtigungen bis hin zu schweren körperlichen und seelischen Schädigungen reichen. In welchem Ausmaß ein Kind durch die erlebte Gewalt Schaden leidet, ist von der Art und den jeweiligen Umständen der Gewalthandlungen abhängig. Dabei spielt es eine große Rolle, in welchem Alter, wie lange, in welchem Ausmaß und von wem das Kind misshandelt oder vernachlässigt wurde. Hat es die Gewalt von einer Person erfahren, auf deren Pflege, Fürsorge und Zugewandtheit es in besonderer Weise angewiesen ist und die es innig liebt? Wie groß ist der Vertrauensverlust? Gewalterfahrungen bedeuten immer eine Erschütterung der Verlässlichkeit von Beziehungen. Insbesondere die Beeinträchtigung der Beziehung zu den Eltern wiegt schwer. Aber nicht nur die eigentliche Gewalthandlung beeinflusst die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen, sondern auch die Art und Weise des darauf folgenden Umgangs damit. Wem konnte sich das Kind anvertrauen? Wurde seine Not erkannt? Wurde es gehört und ernst genommen? Wurde auf seine Ängste und Wünsche geachtet? Wurde die Gewalt beendet und die Situation verändert? Inwieweit ein Kind durch Gewalt belastet oder geschädigt wird, ist nicht zuletzt auch davon abhängig, ob es Lebensbedingungen gibt, die eine Verarbeitung der Gewalterfahrungen ermöglichen. Hier spielen zahlreiche Faktoren eine Rolle: Wie liebe- und vertrauensvoll sind die Beziehungen, in denen das Kind lebt? Gibt es nahestehende Erwachsene wie Großeltern, Tanten, Nachbarn, die das Kind gut begleiten können? Hat es Freunde? Besucht es eine Einrichtung wie Kita oder Schule, in der auf seine Entwicklung geachtet wird? Kinder haben die Fähigkeit, auch schlimme Erfahrungen in guten vertrauensvollen Beziehungen zu bewältigen. Oft erhalten sie in ihrem Lebensalltag hierfür ausreichend Unterstützung und den notwendigen Halt. Manchmal brauchen die Personen, die das Kind begleiten, dabei Hilfestellungen von außen, manchmal die Kinder zusätzliche ergänzende Angebote. Immer kommt es darauf an, der individuellen Lebenssituation und den jeweiligen Fähigkeiten des einzelnen Kindes gerecht zu werden. 4. Worauf es uns bei der Hilfe ankommt Qualitätsstandards und Grundsätze in der Arbeit des Kinderschutzzentrums Die Beratungsarbeit im Kinderschutz-Zentrum zeichnet sich durch ausgewiesene Qualitätsstandards aus. Gemeinsam mit den anderen Kinderschutz-Zentren in Deutschland haben wir Haltungen und Grundsätze entwickelt, die unser professionelles Handeln leiten und bestimmen. Hilfeorientierung Wenn Eltern ihre Kinder misshandeln, brauchen sie Hilfe. Strafe und Ausgrenzung lösen Gefühle von Angst, Ohnmacht und Misstrauen aus. Der Weg zur Annahme von Hilfen wird so erschwert oder verstellt, was dem Schutz des Kindes schadet. Deshalb vertreten wir eine konsequente Hilfeorientierung. Im Mittelpunkt unserer Arbeit stehen die Stärkung der Verantwortlichkeit der Eltern und der Schutz des Kindes vor weiteren Gewalthandlungen. Blick auf die ganze Familie Gewalt gegen Kinder in der Familie ist Ausdruck einer gestörten Beziehung, meist der zwischen Eltern und Kindern. Die Verantwortung für den Schutz der Kinder liegt bei den Erwachsenen. Unser Hilfeangebot richtet sich entsprechend an alle Familienmitglieder. Die mißhandelnden Erwachsenen sind es, die ihr Verhalten verstehen und verändern können. Ziel ist immer, die Eltern zu ermutigen, ihre Erziehungsverantwortung wahrzunehmen und sie in ihren erzieherischen Fähigkeiten zu stärken. Sie benötigen meist Entlastung von ihrer psychischen und sozialen Überforderung. Die Kinder unterstützen wir in der Äußerung ihrer Interessen und Bedürfnisse. Beziehungsorientierung Familiale Gewalt bedeutet Verlust an Sicherheit und Vertrauen in Beziehungen. Der Schritt zur Inanspruchnahme von Hilfe stellt für die Betroffenen ein Wagnis dar: Auf wen kann ich mich noch verlassen? Werde ich ernst genommen? Wird mir geglaubt? Werde ich verurteilt? Für Familien mit Gewaltproblemen ist es wichtig, Verlässlichkeit in persönlicher Begegnung im Helfernetz zu erfahren. Hilfeentwicklung im Dialog Der Schutz eines Kindes wird in Zusammenarbeit mit der Familie gesichert. Die Eltern erfahren, dass Lösungen und mögliche Zukunftsperspektiven mit ihnen und nicht über sie hinweg entwickelt werden. Die eigene Entscheidung, Hilfe anzunehmen, ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Veränderung. Aufgezwungene Hilfe wird von verunsicherten Eltern leicht als Entmündigung und Kontrolle empfunden und verstärkt ihr Mißtrauen und ihre Isolationstendenzen. Deshalb beruhen unsere Angebote an die Familien auf dem Prinzip der Freiwilligkeit. Das gilt auch, wenn wir aktiv auf Familien zugehen, um sie zur Annahme von Hilfen zu motivieren. Vertraulichkeit und Transparenz Um Eltern den Schritt zu erleichtern, sich Hilfe zu holen und offen mit den BeraterInnen zu sprechen, sichern wir Vertraulichkeit zu. Auf Wunsch können sich Ratsuchende auch anonym beraten lassen. Im Umgang mit gewaltbelasteten Familien ist es besonders wichtig, den Hilfeprozeß und den Umgang mit Grenzen transparent zu gestalten. Entsprechend werden alle Beteiligten in die Hilfeplanung mit einbezogen, Kontakte zu Dritten oder Insti-tutionen finden grundsätzlich mit dem Einverständnis und immer mit Wissen der Betroffenen statt. Vertrauensschutz bedeutet auch, die Ratsuchenden von Beginn an über Datenschutz und Schweigepflicht bzw. deren Grenzen aufzuklären. Hilfen im Verbund durch Kooperation Bei Familien mit vielen Problemen sind häufig verschiedene Institutionen an der Hilfeplanung beteiligt. Durch eine enge Kooperation, die sowohl Absprachen als auch Abgrenzungen umfasst, kann die Hilfe effektiv gestaltet werden. Dabei gilt es abzuklären, wer im Helfernetz was leistet, wo es Überschneidungen, Lücken, widersprechende Aufträge und Vorgehensweisen gibt. Eine Aufsplitterung von Hilfen wird so vermieden und ein gemeinsam getragenes Zusammenwirken ermöglicht. Beratung in Teamarbeit Ein wesentliches Qualitätsmerkmal des Kinderschutzzentrums: Die Beratungsarbeit wird getragen durch enge Zusammenarbeit in einem erfahrenen Fachteam weiblicher und männlicher Psychologen und Sozialpädagogen. Alle sechs Fachmitarbeiter/innen des Zentrums haben therapeutische Zusatzausbildungen und spezialisierte Arbeitsschwerpunkte. Veränderung durch Verstehen und Ressourcenorientierung Jede Familie verfügt über positive Fähigkeiten, die erkannt und gefördert werden wollen. Wir achten darauf, dass Familien in ihrem Selbstvertrauen und der Entwicklung ihres eigenen Kräftepotentials Stärkung erfahren. Ein Verstehen schwieriger Konflikte und Beziehungen macht den Blick auf Veränderungsmöglichkeiten frei und hilft der Familie, verschüttete Kräfte zur Problembewältigung zu aktivieren. 5. Orientierungshilfe in der Krise Sicher auf unsicherem Boden gehen ... Telefonische Beratung und Information Gewaltprobleme verunsichern und überfordern. Verstrickte Beziehungen und Gefühle von Scham, Schuld und Empörung verstellen den Blick. Sich in einer Krise bei erfahrenen Fachkräften Rat zu holen, kann zu erster Orientierung und Entlastung beitragen. In täglichen telefonischen Beratungszeiten können Familien mit ihren Problemen, Personen aus dem Umfeld von Familien und Fachleute direkt Kontakt zu den FachmitarbeiterInnen des Kinder-schutzzentrums aufnehmen. Telefonberatung kann sowohl Informationsvermittlung als auch ausführliche Krisengespräche bedeuten. Sie ermöglicht eine Klärung der Anliegen, sorgt für Schutzmaßnahmen bei akuter Gefährdung und hilft bei der Deeskalation von Konflikten. Eine erste Unterstützung und Orientierung entlastet und führt zu mehr Handlungssicherheit. Klärungshilfe in Krisensituationen Wenn die telefonische Beratung nicht ausreicht, werden den Ratsuchenden persönliche Gespräche im Kinderschutzzentrum angeboten. Unterstützung in zugespitzten Krisen-situationen trägt zur Beruhigung der Situation bei. Die Beratung hilft dabei, herauszufinden, welche neuen und alten Probleme sich stellen und wie die nächsten Schritte aussehen können. Die Entwicklungsbedarfe in der Familie sowie bisherige Bemühungen um Ver-änderungen werden in Augenschein genommen. Es wird geklärt, was akut getan werden muss und wer in der Familie einen Beitrag dazu leisten kann. Andere geeignete Hilfsmaßnahmen werden dazu bei Bedarf einbezogen oder aktiviert. 6. Familien- und Einzelberatung Neue Perspektiven finden und Beziehungsmuster verändern Das Beratungs- und Therapieangebot des Kinderschutz-Zentrums unterstützt Familien dabei, ihre Familienkonflikte zu verstehen und ihre Gewaltprobleme zu überwinden. Ein Prozess der Veränderung der Beziehungsmuster innerhalb der Familie wird gefördert. Die persönliche Entwicklung jedes Familienmitgliedes und die Stärkung der Fähigkeiten der Eltern, Krisen friedlich zu bewältigen, stehen dabei im Zentrum. Familienberatung und Familientherapie Die Arbeit an den Familienkonflikten und erschütterten familiären Beziehungen ist die Grundlage für Veränderungen. Es gilt, eine gemeinsame Sprache zu entwickeln, verloren gegangenes Vertrauen wieder zu finden und das Gefühl von Ausweglosigkeit zu überwinden. Ein Weg muss gefunden werden, um mit den erlebten und zugefügten Kränkungen umgehen zu können. Das ist nicht leicht. Die Bereitschaft, sich auf eine anstrengende Auseinanderset-zung einzulassen, bedarf immer wieder neuer Stärkung. Familienberatung und Familien-therapie unterstützen die Familie dabei, miteinander ins Gespräch zu kommen, sich über Wünsche, Erwartungen Probleme und Konflikte miteinander auszutauschen und bessere Möglichkeiten, miteinander umzugehen, zu entwickeln. Einzelberatung und therapeutische Hilfen für Eltern Häufig sind Mütter und Väter so erheblich belastet, dass sie kaum auf ihre Kinder oder Partner eingehen können und zunächst eigene Hilfe und Klärung für sich brauchen. Ergänzend und häufig auch als Voraussetzung für Familiengespräche erhalten Eltern des- halb bei Bedarf beraterische oder therapeutische Einzelunterstützung. In der Beziehung zu den BeraterInnen können sie individuelle Probleme und Fragen bearbeiten. Mütter und Väter werden dabei unterstützt, ihre eigenen Bedürfnisse und die ihrer Kinder besser wahr-zunehmen, ihre Grenzen und Ressourcen zu erkennen und neue eigene Entwicklungs- schritte zu wagen. Umfang, Dauer und Zielsetzung der Einzelarbeit werden entsprechend des Ausmaßes der Krise und der spezifischen Entwicklungsbedarfe vereinbart. Einzelbegleitung und Einzeltherapie für Kinder und Jugendliche Die Unterstützung von Kindern ist - je nach Alter - spieltherapeutisch ausgerichtet. Sie kann immer nur ergänzend zu einer guten Unterstützung und Entwicklungsförderung im Alltag durch die Eltern und das Umfeld gesehen werden. Ziel der kindertherapeutischen Arbeit ist nicht, diese Unterstützung zu ersetzen oder schwierige Erlebnisse „wegzutherapieren“. Vielmehr geht es darum, das Kind zu ermutigen und zu begleiten, seine mit dem Erlebten in Zusammenhang stehenden Gedanken, Phantasien und Gefühle in einem geschützten Rahmen auszudrücken und zu verstehen. So wird das Kind gestärkt, die schwierigen Erfahrungen gut zu verarbeiten. Beratung und Therapie für Jugendliche, die sexuelle Gewalt ausgeübt haben Jugendliche, die sexuelle Übergriffe an Kindern vorgenommen haben, erhalten im Kinder-schutzzentrum therapeutische Unterstützung, um ihr schädigendes Verhalten verstehen und aufgeben zu können. Wir helfen ihnen, verantwortlicher für sich und andere ihre zumeist problematische Lebenssituation zu bewältigen. Die Eltern werden in die therapeutische Arbeit mit einbezogen. 7. Gruppenangebote „Nicht allein dastehen“ – gemeinsam die Isolation überwinden Gruppenangebote haben ihren festen Platz im Angebot des Kinderschutzzentrums. Begegnung und Austausch mit Menschen, die mit ähnlichen Problemen und Versagens-gefühlen belastet sind, können Kraft geben und dabei helfen, die Isolation und Scham, die mit Gewalterfahrungen verbunden sind, zu überwinden. Verschiedene spezielle Gruppenangebote wurden im Kinderschutzzentrum entwickelt. „Eigentlich wollte ich meinem Kind nicht weh tun“ Ein therapeutisches Gruppenangebot für Mütter, die mit ihren Kindern gewaltsam umgehen. Die Mütter setzen sich in der Gruppe damit auseinander, wie es zu den Grenzverletzungen kommt, welches die Hintergründe dafür sind und wie sie einen anderen Umgang mit ihren Kindern finden können. „Konflikte gewaltfrei lösen“ Ein Gruppenangebot in Anlehnung an den Elternkurs „Starke Eltern - starke Kinder“. Das Ziel des Kurses ist es, das Selbstvertrauen von Eltern in ihre Fähigkeiten zur Erziehung zu stärken, sowie die Kommunikation und den konstruktiven Umgang mit Konflikten in der Familie zu verbessern. „Komm wir suchen einen Schatz“ Ein Gruppenangebot für Kinder mit Gewalterfahrungen. Zusammen mit anderen Kindern werden die Schätze, die jedes Kind in sich trägt, aufgespürt. Gestärkt wird das Selbst-bewusstsein der Kinder, auch mit schwierigen Gefühlen umgehen zu können. 8. Frühe Hilfen für Eltern Wenn die Anforderungen zu groß und die Kräfte zu klein scheinen Für Eltern mit Säuglingen und Kleinkindern, die in der Beziehung zu ihrem Kind an ihre Grenzen kommen, gibt es im Kinderschutzzentrum spezielle Beratung. Mütter und Väter werden gezielt darin unterstützt und angeleitet, Stresssituationen im Umgang mit ihrem Baby oder Kleinkind gelassener zu bewältigen, Entlastung zu finden und die Beziehung zum Kind sicherer und entspannter werden zu lassen. Die persönliche Beratung stellt die Förderung einer positiven Eltern- Kind - Interaktion in den Mittelpunkt. Mütter und Väter erfahren unter anderem mit Hilfe videografischen Arbeitens, wie sie die Signale und Reaktionen ihres Kindes besser verstehen und ruhiger damit umgehen können. 9. Unterstützung für Fachleute Kinderschutz braucht kompetente Fachkräfte und ein qualifiziertes Hilfesystem Fachberatung im Einzelfall Hilfebeziehungen zu Familien mit Gewaltproblemen sind besonders störanfällig – dabei sollten gerade sie besonders zuverlässig sein. Fachleute aus pädagogischen, sozialen oder medizinischen Arbeitsfeldern erhalten im Kinderschutzzentrum Unterstützung, mit schwier-igen Beziehungs- und Konfliktkonstellationen bei Gewalt in Familien besonnen und kompetent umzugehen. Sie können so ihren Kontakt zur Familie verbessern und den Hilfeprozess ziel-gerichteter gestalten. Thematisiert werden auch Fragen der Risikoabschätzung von Kindes-wohlgefährdung nach §8a SGB VIII. Fachberatung kann einmalig zu einer speziellen Frage-stellung oder auch als Begleitung über einen längeren Zeitraum erfolgen. Sowohl Einzel-personen als auch gesamte Teams oder verschiedene Beteiligte eines Helfernetzes können sie in Anspruch nehmen. Fortbildung und Qualifizierung Eine qualifizierte Fort- und Weiterbildung ist für die Arbeit mit komplizierten Familienkonstellationen und brisanten Konfliktdynamiken eine unverzichtbare Voraussetzung. Die MitarbeiterInnen des Kinderschutzzentrums führen deshalb auf Anfrage Fortbildungen durch. Diese Leistungen erfolgen außerhalb des Regelangebots des Kinderschutzzentrums. Qualifizierung wird dabei u.a. zu den Themen „Wahrnehmung des gesetzlich definierten Schutzauftrags der Jugendhilfe (§8a SGBVIII)“ und „Risikoabschätzung von Kindeswohl-gefährdung im Zusammenwirken mit Eltern und Kindern“ angeboten. Weiterentwicklung des Kinderschutzes Zum Selbstverständnis des Kinderschutzzentrums gehört die Zusammenarbeit mit anderen regionalen und überregionalen Institutionen. Ziel ist eine Verbesserung des Kinderschutzes und die Weiterentwicklung der Hilfesysteme. Wir entwickeln Initiativen für innovative fachliche Projekte und beteiligen uns an Modellvorhaben. Insbesondere engagieren wir uns für ressourcenorientierte Ansätze der Gewaltprävention. 10. Öffentlichkeitsarbeit Verständnis wecken statt Verurteilen – Kinderschutz in der Öffentlichkeit Kinderschutz braucht eine differenzierte öffentliche Diskussion. Wenn Familien geholfen werden soll, brauchen sie offene Ermutigung und Unterstützung statt vorwurfsvoller Droh-ungen. Das Kinderschutzzentrum beteiligt sich an öffentlichen Debatten und informiert über die Hintergründe von Gewalt gegen Kinder in Familie und Gesellschaft. Auf Anfrage führen wir Informationsveranstaltungen zu Kinderschutzthemen und aktuellen Fragen des Kinder-schutzes durch. Es ist immer wieder notwendig, in der Öffentlichkeit eine hilfeorientierte Haltung gegenüber Familien mit Gewaltproblemen zu vermitteln. Eltern sollen möglichst breit erreicht, über vorhandene Hilfsmöglichkeiten informiert und zu einer frühzeitigen Inanspruchnahme von Hilfen motiviert werden. |
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